Bestandsmanagement – Inhalt

Just in Time (JIT) ist eine in der Industrie häufig angewendete Strategie der Zulieferung. Mit ihr zielt man auf eine Minimierung der Lagerhaltung, indem Lieferungen zeitlich und mengenmäßig exakt eingefordert und sofort weiterverarbeitet werden. Treten bei einer Zulieferung Verspätungen auf, so ist die gesamte Produktion betroffen und kann nicht wie geplant fortgeführt werden. Hohe Strafzahlungen ermuntern die Zulieferer zu höchster Pünktlichkeit und Qualität.

Leider ist eine Konsequenz aus dieser Strategie, dass Liefervereinbarungen häufig in kleine Teillieferungen aufgeteilt werden. Statt also die gesamte für einen Monat benötigte Produktmenge in einem Zug zu produzieren, rüstet der Produzent seine Produktionsmaschinen mehrfach wöchentlich um und generiert dadurch Leerlaufzeiten und evtl. auch mangelhafte Produkte beim Maschinenanlauf. Sicherlich könnte der Produzent auch die gesamte Bestellmenge auf einen Schlag produzieren, hätte dann aber einen hohen Kosten- und Risikoblock in der Bilanz und außerdem Bedarf an Lagerraum.

In diesem REACH(= REAl CHange)-Projekt analysiert ein Konsortium aus erfahrenen Experten, ob es nicht doch besser ist, die gesamte Bestellmenge in einem Rutsch zu produzieren. Es erscheint plausibel, dass die Summe der Umstellungskosten doch wesentlich höher sein müsste als die Summe der Lagerkosten und die entstehenden Finanzkosten. Das Projekt gliedert sich

  • in die Branchennetzwerke, bei denen eine Umstellung am sinnvollsten erscheint, und
  • in die Problembereiche, bei denen der neue Ansatz zu veränderten Umsetzungsprozessen führen wird.